Gemeinsames Lernen in der Sekundarstufe I

In der Sekundarstufe I haben die Schulträger auf Wunsch der Bezirksregierung Schulen des Gemeinsamen Lernens bestimmt, die sächlich und personell in die Lage versetzt wurden, Kinder mit Unterstützungsbedarf in den Bereichen der Lern- und Entwicklungsstörungen zu fördern.

Künftig stehen damit für Schülerinnen und Schüler Lehrerstellen für sonderpädagogische Förderung im Bereich der Lern- und Entwicklungsstörungen als Budget zur Verfügung.

Es besteht im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben ein Anspruch auf den Besuch einer bestimmten von den Eltern gewünschten Schulform, nicht jedoch auf eine konkrete allgemeine Schule.

Den Eltern der Schüler/innen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf, die in die Klasse 5 übergehen, ist von der Schulaufsichtsbehörde mit Zustimmung des Schulträgers mindestens eine Schule vorzuschlagen, an der ein Angebot zum Gemeinsamen Lernen eingerichtet ist.

Dabei ist zu unterscheiden, ob eine Schülerin und ein Schüler zieldifferent oder zielgleich gefördert wird.

Zielgleich oder zieldifferent?

Die Schülerinnen und Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung, die zielgleich gefördert werden, werden in der Sekundarstufe I im Bildungsgang der Hauptschule, der Realschule oder des Gymnasiums unterrichtet, sowie in den Schulformen des längeren gemeinsamen Lernens (Gesamtschule, Sekundarschule). Dies sind Kinder mit Unterstützungsbedarf in den Bereichen Sprache, Emotionale und soziale Entwicklung, Körperlich-motorische Entwicklung, Sehen oder Hören, die nach den Richtlinien und Vorgaben der jeweiligen allgemeinen Schule, die sie besuchen, beschult werden. Sie werden das Ziel des Bildungsgangs wahrscheinlich erreichen.

Bei zielgleicher Förderung hat die Schulaufsicht bei ihrem Vorschlag die Empfehlung der Grundschule und ansonsten den bisherigen Bildungsweg der Schülerin oder des Schülers zu berücksichtigen.

Bei zielgleicher Förderung schlägt die Schulaufsichtsbehörde eine Schule der von den Eltern gewünschten Schulform (entsprechend der Schulformempfehlung - Bildungsgangempfehlung der Grundschule) vor.

Schulformempfehlung - Bildungsgangempfehlung Vorgeschlagene Schulform
Hauptschule Hauptschule, Sekundarschule, Gesamtschule
Hauptschule, eingeschränkt Realschule Hauptschule, Realschule, Sekundarschule, Gesamtschule
Realschule Realschule, Sekundarschule, Gesamtschule
Realschule, eingeschränkt Gymnasium Realschule, Gymnasium, Sekundarschule, Gesamtschule
Gymnasium Gymnasium, Sekundarschule, Gesamtschule

Der zieldifferenten Förderung dienen die Förderschwerpunkte Lernen und Geistige Entwicklung.

Kinder mit Unterstützungsbedarf in den Bereichen Lernen oder Geistige Entwicklung werden zieldifferent nach individuellen, auf ihre speziellen Fähigkeiten und Möglichkeiten zugeschnittenen, Lehrplänen unterrichtet. Dies kann an jeder Schulform geschehen. (Sek I: Hauptschule, Realschule Gymnasium, Sekundarschule, Gesamtschule). Hierbei schlägt die Schulaufsichtsbehörde den Eltern mindestens eine bestimmte allgemeine Schule in zumutbarer Entfernung vor, die die erforderliche Unterstützung im Rahmen des Gemeinsamen Lernens anbieten kann.

Bei zieldifferenter Förderung haben die Eltern keinen Anspruch auf eine bestimmte Schulform.

Schulen des Gemeinsamen Lernens im Kreis Borken

Ahaus Gesamtschule Ahaus Anne-Frank-Realschule
Bocholt Gesamtschule Bocholt Albert-Schweitzer-Realschule
Bocholt Hohe-Giethorst-Schule Arnold-Janssen-Schule
Bocholt Israhel-van-Meckenem-Realschule  
Borken Gesamtschule Jodocus Gesamtschule Julia-Koppers
Borken Montessori-Gesamtschule  
Gescher Gesamtschule Gescher  
Gronau Gesamtschule Laubstiege Euregio Gesamtschule Epe
Heek Sekundarschule Donaustraße  
Raesfeld Gesamtschule Julia-Koppers  
Reken Sekundarschule Hohe Mark  
Rhede Gesamtschule Rhede  
Schöppingen Sekundarschule Bergstiege  
Stadtlohn Losberg-Hauptschule  
Velen Abraham-Frank-Sekundarschule  
Vreden Sekundarschule Vreden  

Verfahren zum Übergang in die Sekundarstufe I

Die Schulaufsichtsbehörde erarbeitet ihre Vorschläge in einem Verfahren, welches in folgenden Schritten erfolgt:

  1. Zu Beginn eines jeden Schuljahres werden in der Jahrgangsstufe 4 die Eltern der Kinder mit Unterstützungsbedarf und die Grundschulen nach ihren Vorstellungen zur weiteren Beschulung in der Sekundarstufe I befragt. Dabei werden Schulformwunsch, Schulformempfehlung und zusätzliche beachtenswerte Informationen erfragt.
  2. Auf Basis der zurückgemeldeten Daten werden das Schulamt und die Bezirksregierung Münster in einem abgestimmten Verfahren die Schulen der Sekundarstufe I beraten, so dass die zukünftigen integrativen Maßnahmen festgelegt und die entsprechenden Lehrerstellen eingeplant werden können.
  3. Entsprechend der zur Verfügung stehenden Plätze an jeder einzelnen Schule wird dann ein konkreter Vorschlag für die Zuweisung der Schüler/innen erarbeitet, der dann den Grundschulen und den Eltern vorgestellt wird. Diese haben bis Mitte Dezember Zeit, zu diesem individuellen Vorschlag Stellung zu nehmen.
  4. Bis Ende Januar erfolgt dann die endgültige Festlegung der Zuweisungsvorschläge, sodass die amtlichen Bescheide rechtzeitig vor den allgemeinen Anmeldeterminen der Sek. I – Schulen den Eltern zukommen und diese ihre Kinder dann an der Schule ihrer Wahl anmelden können.

Die Eltern melden ihr Kinder entweder an der vorgeschlagenen Schule des Gemeinsamen Lernens oder an der zuständigen Förderschule an. Sie können ihr Kind auch an einer anderen Schule anmelden, nehmen dann allerdings das Risiko auf sich, nicht aufgenommen zu werden.

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