Gemeinsames Lernen in der Grundschule

Wahl der Schule

In der Regel werden alle Kinder an einer allgemeinen Schule gefördert. Eltern können grundsätzlich die Grundschule, die Ihr Kind besuchen soll, frei wählen. Jedes Kind hat in seiner Stadt einen Anspruch auf Aufnahme in die seiner Wohnung nächstgelegene Grundschule der gewählten Schulart.

Nächstgelegene Schule ist die Schule der gewählten Schulart, die mit dem geringsten Aufwand an Kosten und einem zumutbaren Aufwand an Zeit erreicht werden kann und deren Besuch schulorganisatorische Gründe nicht entgegenstehen.

Bei einem Anmeldeüberhang führt die Schule ein Aufnahmeverfahren durch. Dabei werden Kinder mit Wohnsitz in der Gemeinde vorrangig berücksichtigt. Die Schulleiterin oder der Schulleiter berücksichtigt Härtefälle und zieht im Übrigen eines oder mehrere der folgenden Kriterien für die Aufnahmeentscheidung

  • Geschwisterkinder,
  • Schulwege,
  • Besuch eines Kindergartens in der Nähe der Schule,
  • Ausgewogenes Verhältnis von Mädchen und Jungen,
  • Ausgewogenes Verhältnis von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Muttersprache. 


Wahl einer Förderschule

Auch für Kinder mit festgestelltem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf ist die Grundschule die Regelschule.

Abweichend von der Regel können Eltern die Beschulung an einer Förderschule wählen, wenn bei ihrem Kind im Rahmen eines gutachterlichen Verfahrens (AO-SF) ein sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf festgestellt wurde.

Bei vermuteten Unterstützungsbedarf in den Bereichen KM, GG, Sehen und Hören können Eltern ihr Kind an einer entsprechenden Förderschule anmelden. Von dort aus wird dann das Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfes (AO-SF) beantragt. 

Schulische Förderung in der Schuleingangsphase

Jedes Kind hat Recht auf individuelle Förderung

Zunächst einmal hat jedes Kind einen Rechtsanspruch auf eine individuelle Förderung. Das gilt ebenso für Kinder und Jugendliche mit besonderen Begabungen wie für Schülerinnen und Schüler, die in der Lernentwicklung verzögert sind oder eine Behinderung aufweisen.

„Individuelle Förderung ist wesentlich durch vier Handlungsfelder gekennzeichnet:

  • Das Bemühen, die jeweilige Lernausgangslage, den Lernstand und den lernbedarf der Schülerinnen und Schüler zu ermitteln und dazu die geeigneten Instrumente und Verfahren anzuwenden,
  • Die konzeptionell geleitete Unterstützung, Förderung und Begleitung der jeweiligen Lernprozesse,
  • Eigene Förderangebote auch aus der Perspektive des nachfolgenden Systems zu betrachten, um die Anschlussfähigkeit des Wissens sicher zu stellen und Übergänge gezielt vorzubereiten,
  • Die Dokumentation und Auswertung der Fördermaßnahmen, die schulinterne Überprüfung ihrer Wirksamkeit und die Weiterentwicklung der Förderkonzepte.“


Schulen des Gemeinsamen Lernens

Um o.g. Anspruch gerecht zu werden und auch Kindern mit erhöhtem Bedarf an Unterstützung im Bereich der Lern- und Entwicklungsstörungen gerecht zu werden sind Schulen des Gemeinsamen Lernens eingerichtet worden.

An den Schulen Gemeinsamen Lernens (GL) unterstützen Sonderpädagog/innen die allgemeinen Lehrer/innen in ihrer Arbeit mit den Kindern. Besonders in der Schuleingangsphase der Grundschule ist daher die Festschreibung eines sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs im Bereich der Lern- und Entwicklungsstörungen nicht erforderlich, da die Unterstützung allen Kindern im Rahmen einer individuellen Förderplanung zuteilwerden kann.


Feststellung eines sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfes

Für Kinder, bei denen am Ende der Schuleingangsphase festgestellt wird, dass sie den Anforderungen der Grundschule, die in den Richtlinien und Lehrplänen definiert sind, nicht gerecht werden können, soll rechtzeitig ein Antrag der Schule auf Feststellung eines sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs im Bereich „Lernen“ erfolgen, damit sie nach ihren individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten (zieldifferent) gefördert werden können.

Dies gilt ebenfalls im Bereich der „Emotionalen und sozialen Entwicklung“, wenn bei dem betreffenden Kind Selbst- und/oder Fremdgefährdung wahrgenommen wird. Diese Kinder werden nach der Festschreibung des entsprechenden sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs zielgleich nach den Richtlinien und Lehrplänen der jeweiligen Schulform gefördert.

Individuelle Förderung

Wurde bei einem Kind ein sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf im Rahmen eines AO-SF-Verfahrens ermittelt und in dem Bescheid des Schulamtes festgestellt oder durch eine Förderkonferenz an der Schule als präventiven Förderbedarf beschlossen, wird der Anspruch des entsprechenden Kindes auf individuelle Förderung dadurch realisiert, dass alle mit dem Kind arbeitenden Lehrkräfte seine besonderen Unterstützungsbedarfe beachten und in ihrem Unterricht umsetzen. Das heißt nicht, dass das Kind grundsätzlich etwas anderes lernt als die anderen Kinder. Es ist aber durchaus möglich, dass Aufgabenstellungen angepasst oder Hilfestellungen ausführlicher (oder einfach anders) sein müssen als bei der Mehrzahl der Klasse. Diese Hilfen werden schrittweise aufgebaut und festgelegt in einem Förderplan für Ihr Kind. 


Förderplan

Unterstützung erhält die Klassenlehrkraft bei der Erstellung eines Förderplans von einer erfahrenen Sonderpädagogin oder einem Sonderpädagogen. Die Förderung des Kindes wird immer gemeinsam mit allen zuständigen Lehrkräften geplant und überprüft. So ist gewährleistet, dass die sonderpädagogische bzw. präventive Förderung in allen Unterrichtsstunden und durch alle mit der Klasse arbeitenden Lehrkräfte stattfinden kann.Ein Rechtsanspruch auf eine genau definierte Anzahl von Stunden pro Kind besteht nicht. In einem Gespräch werden die Eltern über die Förderplanung und die Umsetzung der Förderung informiert

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