Fragen und Antworten

Wir werden hier im Laufe der Zeit häufig gestellte Fragen sammeln - und versuchen, diese hinreichend zu beantworten. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auch auf die entsprechende Seiten des Schulministeriums:

http://www.schulministerium.nrw.de/docs/Schulsystem/Inklusion/FAQ/index.html

 

Wir werden uns hier insbesondere bemühen, bei unseren Antworten die Gegebenheiten des Kreises Borken zu berücksichtigen. Falls Sie an den jeweiligen rechtlichen Grundlagen interessiert sind, empfehlen wir Ihnen die entsprechende Seite des Innenministeriums:

Schulgesetz NRW - SchulG

Was sind "Sonderpädagogische Unterstützungsbedarfe"?

Die Unterstützungsbedarfe eines Kindes können sehr vielfältig sein. In der 'Ausbildungsordnung sonderpädagogische Förderung' (AO-SF) werden diese daher unterteilt in verschiedene Bereiche. Dabei wird dann auch festgestellt, wann man von der Notwendigkeit eines Unterstützungsbedarfs sprechen kann.

Daher sind diese Beschreibungen sehr wichtig, weil sie die verbindliche Grundlage für eine Überprüfung des sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfes sind. In der Praxis lassen sich Kinder mit ihren Voraussetzungen nicht immer eindeutig nur einem Schwerpunkt zuordnen. Es kann durchaus vorkommen, dass für ein Kind in mehreren Schwerpunkten ein sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf festgestellt wird. In diesem Fall muss aber auch angegeben werden, welches der vorrangige Unterstützungsbedarf ist.

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Wie läuft ein AO-SF Verfahren?

Im Kreis Borken finden Eltern, deren Kinder sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf haben, unterschiedliche Fördermöglichkeiten. In der Regel findet sonderpädagogische Förderung in der allgemeinen Schule statt. Davon abweichend können Eltern als Förderort eine Förderschule wählen.

Die Antwort auf die Frage, ob ein Kind sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf hat und welches gegebenfalls der angemessene Förderort ist, wird in einem durch Rechtsverordnung festgelegte Verfahren überprüft. Die Eröffnung eines Verfahrens zur Feststellung eines Bedarfs an sonderpäfdagogischer Unterstützung wird in der Regel durch die Eltern beantragt. Im Falle der Lern- und Entwicklungsstörungen (Förderschwerpunkte Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung) werden sonderpädagogische Förderbedarfe häufig erst nach Eintritt in die Grundschule festgestellt. Da hier Stellenbudgets für Lehrkräfte für sonderpädagogische Förderung bereitgestellt werden, sind förmiliche Verwaltungsakte, mit denen ein Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung festgestellt wird, nicht mehr erforderlich, um die zusätzliche personelle Unterstützung zur (sonderpädagogischen) Förderung dieser Kinder sicherzustellen. Es wird immer mehr sonderpädagogische Lehrkräfte geben, diebereits an der Schule sind, bevor die Schülerinnen und Schüler an die Schule kommen.
In Ausnahmefällen kann auch eine allgemeine Schule den Antrag zur Feststellung des Bedarfs an sonderpädagogischer Unterstützung stellen.
Das Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs wird durchgeführt von zwei Lehrkräften - eine Lehrkraft der allgemeinbildenden Schule (z.B. der Grundschule) und eine sonderpädagogische Lehrkraft. Diese beiden Lehrkräfte erstellen im Auftrag des Schulamtes ein Gutachten, das die Art und den Umfang der notwendigen Förderung unter Berücksichtigung der individuellen Situation der Schülerin oder des Schülers feststellt.
Die Eltern werden bei der Durchführung des Verfahrens zweimal durch die Gutachter einbezogen. Dies ist zu Beginn ein Gespräch über die Entwicklung des Kindes aus Sicht der Eltern. Dabei ist es hilfreich, wenn Eltern Unterlagen, die für die Beurteilung des Sachverhaltes wichtig sein können (z.B. ärztliche Berichte o.ä.) den Gutachtern zur Verfügung stellen. Die Gutachter sind verpflichtet, alle ihnen zur Verfügung stehenden Informationen zu verarbeiten und wo notwendig mit in die Erstellung des Gutachtens einfließen zu lassen. Allerdings sind sie darauf angewiesen, dass die Eltern von sich aus die Informationen zur Verfügung stellen.

Das gilt nicht für die Ergebnisse des schulärztlichen Gutachtens. Ein solches Gutachten kann bei Bedarf durch das Schulamt mit der Beauftragung der Lehrkräfte parallel in Auftrag gegeben. Das Gutachten der Schulärztin nimmt aus medizinischer Sicht zu dem vermuteten Förderbedarf Stellung. Das schulärztliche Gutachten wird den beauftragten Lehrkräften zugestellt, damit diese es in der Erstellung ihres Gutachtens verarbeiten können.

Bevor die Lehrkräfte das Gutachten verschriftlichen laden sie die Eltern noch einmal zu einem abschließenden Gespräch ein. Die Ergebnisse dieses Gesprächs werden ebenfalls im Gutachten dokumentiert. Hier werden die festgestellten Ergebnisse erläutert und die Frage geklärt, ob Gutachter und Eltern in der Einschätzung des Unterstützungsbedarfs übereinstimmen. Ist dies der Fall, verzichten die Eltern in der Regel auf ein zusätzliches Gespräch mit der Schulaufsicht. Sobald Eltern dies wünschen, erhalten sie von der Schulaufsicht ein Gesprächsangebot, bevor eine Entscheidung erfolgt. Dieses Gesprächsangebot setzt allerdings voraus, dass das Gutachten vorliegt. Erst dann werden die Eltern eingeladen.

Das Verfahren wird abgeschlossen mit einer Entscheidung durch die zuständige Schulaufsicht. Diese Entscheidung wird schriftlich mitgeteilt. Der Bescheid des Schulamtes enthält Aussagen über den Förderbedarf und den möglichen Förderort. Die Schulaufsichtsbehörde schlägt den Eltern mit Zustimmung des Schulträgers mindestens eine allgemeine Schule vor, an der das Angebotzum Gemeinsamen Lernen eingerichtet ist. Haben die Eltern abweichend von der allgemeinen Schule die Förderschule gewählt, schlägt die Schulaufsichtsbehörde mindestens eine solche Schule mit dem für die Schülerin oder den Schüler festgestellten Förderschwerpunkt vor.
Wenn die Eltern damit nicht einverstanden sind, können sie gegen diesen Bescheid Klage erheben beim Verwaltungsgericht Münster. Was dazu zu tun ist, steht ebenfalls in dem Bescheid unter dem Abschnitt 'Rechtsmittelbelehrung'.

Wir haben uns bemüht, die komplizierte Sachlage grafisch darzustellen und so ein wenig übersichtlicher zu machen. Die PDF-Datei, die Sie [hier] herunterladen können, setzt sich besonders mit der Frage der Feststellung des sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs im Zusammenhang mit der Anmeldung zur Grundschule auseinander. Die Verfahrensabläufe als solche gelten aber auch für Kinder, die sich bereits in der Schule befinden.

> Die rechtlichen Grundlagen finden Sie hier (Schulgesetz NRW; AO-SF)

> Weitere Informationen rund um das Thema schulische Inklusion finden Sie auf der Seite
   des Schulamtes zum Gemeinsamen Lernen

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Was ist der Unterschied zwischen 'zielgleich' und 'zieldifferent' und wann ist das wichtig?

In dem Schaubild zum 'sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf' (siehe: "Was sind sonderpädagogische Unterstützungsbedarfe?")  finden Sie die Unterscheidung 'zielgleich' und 'zieldifferent'. Vielleicht sind diese Begriffe auch schon einmal in Gesprächen zwischen Schule und Elternhaus gefallen. Sie sollten sich auf jeden Fall über die Unterschiede dieser Begriffe und deren Bedeutung für die Beschulung eines Kindes im Klaren sein!

Wenn ein Kind auch mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf in der Lage ist, aufgrund seiner Lernvoraussetzungen und mit den schulischen Fördermaßnahmen den Zielen der Richtlinien und Lehrpläne der Schulform, die es besucht, zu folgen - dann reden wir von 'zielgleicher' Beschulung. Das Kind folgt in seinem Lernen den gleichen Zielen wie die Kinder der Klasse, die keinen sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf haben. Es wird damit auch an die gleichen Anforderungen heran geführt. Seine Leistungen werden wie die der anderen bewertet und es bekommt - sofern es für die Schulstufe vorgesehen ist - auch Noten. Am Ende eines Schuljahres werden die Kinder dann versetzt, sofern für diese Jahrgangsstufe eine Versetzung vorgesehen ist.

Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf in den Bereichen 'Lernen' oder 'Geistige Entwicklung' folgen in ihrer Lernentwicklung ihrem eigenen Tempo. Sie erhalten individuell auf sie abgestimmte Aufgabenstellungen, um sie nicht zu überfordern. Diese Kinder müssen daher nicht die Ziele der Richtlinien und Lehrpläne der Schulform, die sie besuchen, erreichen. Sie werden zieldifferent (also im Unterschied zu den festgelegten Zielen) gefördert. Damit gibt es für diese Kinder auch kein 'Sitzenbleiben'.

Die zieldifferente Förderung im Gemeinsamen Lernen bietet die große Chance, dass die Kinder in ihrer Klasse mit den ihnen vertrauten Mitschülern bleiben können und auf ihrem Weg Lernfortschritte machen können, in denen sie sich nicht mit unerreichbaren Anforderungen messen müssen. Bedeutsam ist dieser Unterschied auch beim Übergang von der Grundschule in die weiterführenden Schulen. Dazu finden Sie eine gesonderte Erklärung.

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Welche Schüler werden denn nun gefördert?

Zunächst einmal hat jedes Kind einen Rechtsanspruch auf eine individuelle Förderung. Dies steht gleich im ersten Artikel des Schulgesetzes des Landes NRW. Insofern ist für uns jedes Kind ein besonderes Kind. Das gilt ebenso für Kinder und Jugendliche mit besonderen Begabungen wie für Schülerinnen und Schüler, die in der Lernentwicklung verzögert sind oder eine Behinderung aufweisen. Wir legen großen Wert darauf, die Besonderheiten eines jeden Kindes als die Normalität zu betrachten.

Manche Kinder benötigen eine besonders intensive Hilfestellung in ihrem schulischen Lernen. Diese Kinder haben dann möglicherweise einen sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf (siehe die gesonderte Erklärung dazu). Mit dem Ausdruck sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf soll auch deutlich werden, dass nicht jede Behinderung eines Kindes automatisch zu einer Einschränkung in den Möglichkeiten des schulischen Lernens führt.

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Mein Kind hat sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf. Welche Schule kannes denn nun besuchen?

Mit den neuen Regelungen des Schulgesetzes wurden die Elternrechte bei der Wahl des Förderorts (Welche Schule kann mein Kind besuchen?) gestärkt - aber auch hier müssen Sie einige Punkte beachten. Grundsätzlich gilt: Die Schulaufsicht entscheidet über den Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung. Für die Frage, wo das Kind lernen soll (oder anders gesagt: Welche Schule es besuchen kann) kann die Schulaufsicht den Eltern zunächst nur Vorschläge (mindestens eine Schule) machen. Dieser Vorschlag umfasst immer eine allgemeine Schule. (Als allgemeine Schulen werden alle Schulen bezeichnet, die keine Förderschulen sind also z.B. Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gesamtschulen, usw.) Bevor die Schulaufsicht Ihnen mindestens eine allgemeine Schule vorschlägt, muss sie prüfen, ob diese Schule eine Schule Gemeinsamen Lernens ist (Siehe: "Was sind Schulen Gemeinsamen Lernens?"). Außerdem muss der Schulträger (die Gemeinde, zu der die allgemeine Schule gehört) vorher seine Zustimmung zu diesem Vorschlag gegeben haben. Sie haben als Eltern einen Anspruch auf Aufnahme in diese Schule. Wenn Sie Ihr Kind dort anmelden, darf die Schulleitung Sie nicht abweisen. Sie müssen Ihr Kind aber dort nicht anmelden. Melden Sie Ihr Kind an einer anderen Schule an, haben Sie keinen Anspruch auf Aufnahme in dieser Schule. Bevor die Schulleitung über eine Aufnahme entscheidet, muss sie die Schulaufsicht und den Schulträger fragen, ob diese damit einverstanden sind. Die Schulleitung ist nicht verpflichtet, Ihr Kind aufzunehmen.

Sie können weiterhin auch entscheiden, dass Ihr Kind eine Förderschule besuchen soll. In diesem Fall müssen Sie dies aber ausdrücklich erklären. Früher mussten Sie als Eltern eine Beschulung des Kindes im "Gemeinsamen Unterricht" (so nannte man bisher das Gemeinsame Lernen) beantragen. Das ist heute der "Normalfall", für den kein besonderer Antrag mehr notwendig ist. Jetzt ist es sinnvoll, dass Sie im Verlauf des Verfahrens vor der endgültigen Entscheidung der Schulaufsicht über den Unterstützungbedarf und vor der Festlegung des Vorschlages der allgemeinen Schule ausdrücklich sagen, dass Ihr Kind eine Förderschule besuchen soll. Die Schulaufsicht wird Ihnen dann eine entsprechende Förderschule vorschlagen. Das hängt natürlich auch davon ab, welche Förderschulen es in der Umgebung Ihres Wohnortes gibt.

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Wie geht der Wechsel in die Sekundarstufe?

Wie der Förderort (also die Schule) für Ihr Kind festgelegt wird, haben wir unter der Frage "...Welche Schule kann es denn nun besuchen?..." bereits beschrieben. Falls Sie das noch nicht gemacht haben, schauen Sie sich bitte zuerst die Antwort zu dieser Frage an.

Sofern die Klassenkonferenz (das ist die Konferenz aller Lehrkräfte, die Ihr Kind unterrichten) einen Antrag an das Schulamt auf Aufhebung des sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs stellt und die Schulaufsicht daraufhin schriftlich feststellt, dass kein Unterstützungsbedarf mehr besteht, können Sie Ihr Kind - wie die Eltern aller anderen Kinder auch - an einer weiterführenden Schule anmelden. Vorher hat es eine Beratung mit der Schule und eine Übergangsempfehlung durch die Schule gegeben. 

Wenn Ihr Kind voraussichtlich auch nach dem Ende der vierten Klasse weiterhin sonderpädagogischen Förderbedarf hat, ist das Schulamt verpflichtet, Ihnen wiederum eine allgemeine Schule vorzuschlagen. Dabei muss das Schulamt darauf achten, welche Schulen der Sekundarstufe Schulen Gemeinsamen Lernens sind. Auch wenn deren Zahl ständig steigt, sind dies nicht alle. Außerdem muss das Schulamt bei der zuständigen Schulaufsicht nachfragen, wie viele Schülerinnen und Schüler die jeweilige Schule aufnehmen könnte. Bis auf die Hauptschulen ist für alle anderen weiterführenden Schulen die Bezirksregierung (in unserem Falle die in Münster) zuständig. In der Bezirksregierung gibt es für die jeweiligen Schulformen (das sind in der Sekundarstufe z.B. die Realschule, die Gesamtschule, das Gymnasium, usw.) zuständige Schulaufsichtsbeamte (Dezernenten), die diese Fragen beantworten. Auch diese Dezernenten müssen sich wieder mit den Schulträgern beraten. Die Schulträger müssen auch hier dem Vorschlag des Schulamtes zustimmen.

Um diesen Wechsel vorzubereiten, bittet das Schulamt sehr früh im Schuljahr alle Grundschulen, die Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf im vierten Schuljahr haben, darum mit den Eltern ein Gespräch darüber zu führen, welche Vorstellungen sie für den Übergang ihres Kindes in die Sekundarstufe haben. Die so gewonnenen Informationen werden für die Planungen mit den Dezernenten der Bezirksregierung gesammelt und aufgelistet. Daraus entsteht ein erster Plan, welches Kind wohin gehen könnte.

Für Sie als Eltern ist nun sehr wichtig, ob Ihr Kind zielgleich oder zieldifferent gefördert wird. (Siehe auch: "Was ist der Unterschied zwischen 'zielgleich' und 'zieldifferent'...?") Wird Ihr Kind zielgleich gefördert, hat das Schulamt die Aufgabe, eine Schule entsprechend der von Ihnen gewählten Schulform vorzuschlagen. Wenn Sie also - nach einer Beratung mit der Grundschule - davon ausgehen, dass Ihr Kind ein Gymnasium besuchen kann und Sie dies wünschen, muss der Vorschlag des Schulamtes eine entsprechende Schule beinhalten. (Sofern diese an Ihrem Ort überhaupt vorhanden ist.)

Wird Ihr Kind zieldifferent gefördert, haben Sie keinen Anspruch auf die Berücksichtigung einer besonderen Schulform. Ihr Kind wird ja - so wie jetzt auch - nicht nach den Richtlinien und Lehrplänen der jeweiligen Schulform unterrichtet, sondern geht in seinem eigenen Lerntempo vorwärts. Alle Schulen des Gemeinsamen Lernens sind in der Lage, auch diese Kinder zu fördern. Für Ihr Kind kann daher als Vorschlag für den Förderort jede weiterführende Schule (z.B. die Realschule, die Gesamtschule, das Gymnasium, usw.) in Frage kommen.

Wenn man in einem großen Flächenkreis wie dem Kreis Borken für alle Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf die Vorschläge für die allgemeine Schule in der Sekundarstufe zusammenstellen will, benötigt das viele Gespräche, Konferenzen der Schulaufsichtsbeamten und Abstimmungen mit den Schulträgern (also den Städten und Gemeinden). Wir bitten Sie daher um Verständnis dafür, dass wir schon früh im Schuljahr nachfragen und dennoch eine ganze Zeit brauchen, bevor Sie von uns eine schriftliche Nachricht (einen Bescheid) bekommen. Wir bitten Sie auch um Verständnis dafür, dass wir nicht einfach eine weiterführende Schule benennen können. Wir sind auf die Entscheidungen der jeweils zuständigen Dezernenten und der Schulträger angewiesen. Diese sind die Grundlage für unseren Bescheid.

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Was sind "Schulen des Gemeinsamen Lernens?"

Das Schulamt für den Kreis Borken (für die Grundschulen) oder die Bezirksregierung Münster (für alle anderen allgemeinen Schulen der Sekundarstufe) können nach Zustimmung der Schulträger (also der Kommunen im Kreis) festlegen, dass eine Schule 'Schule gemeinsamen Lernens' ist. Die Schulen können dazu eine Stellungnahme abgeben (Anhörungsrecht). Die Rechtsgrundlage finden Sie im § 20 Absatz 5 des Schulgesetzes NRW: "Die Schulaufsichtsbehörde richtet Gemeinsames Lernen mit Zustimmung des Schulträgers an einer allgemeinen Schule ein, es sei denn, die Schule ist dafür personell und sächlich nicht ausgestattet und kann auch nicht mit vertretbarem Aufwand dafür ausgestattet werden." Sie können also regelmäßig davon ausgehen, dass in solchen Schulen Sonderpädagogen tätig sind. Dies ist im übrigen für viele Schulen im Kreis Borken keine Neuerung, da wir in den letzten Jahren den Anteil der in der allgemeinen Schule geförderten Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf kontinuierlich erhöht haben.

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Was sind denn dann "Schwerpunktschulen"?

Dieser Begriff ist in der Tat in unserer Region deswegen schwierig zu vermitteln, weil er bis zum Inkrafttreten des Neunten Schulrechtsänderungsgesetzes (9.SchrÄG) anders belegt war: Bis dahin wurden als 'Schwerpunktschulen' (oder ausführlicher 'Schwerpunktschulen GU') jene Schulen bezeichnet, die sich in besonderem Maße um den Gemeinsamen Unterricht bemüht haben und dabei häufig Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf auch über den engeren Einzugsbereich hinaus beschult haben. Diese Schulen waren zum Teil schon seit Mitte der Neunziger Jahre aktiv und haben sich einen großen Erfahrungsschatz - und eine gute Reputation - erarbeitet. Selbstverständlich sind diese Schulen auch jetzt noch aktiv und ein wichtiger Bestandteil unseres Angebotes im Kreis Borken.

Das Schulgesetz definiert nun Schwerpunktschule als eine Teilgruppe der Schulen Gemeinsamen Lernens, die sich durch die Breite der Förderschwerpunkte der Schülerinnen und Schüler von anderen Schulen Gemeinsamen Lernens unterscheidet: "Auf dem Weg zu einem inklusiven Schulangebot können Schulträger mit Zustimmung der oberen Schulaufsichtsbehörde allgemeine Schulen als Schwerpunktschulen bestimmen. Eine solche Schule umfasst über die Förderschwerpunkte Lernen, Sprache sowie Emotionale und soziale Entwicklung hinaus weitere Förderschwerpunkte, mindestens aber einen weiteren Förderschwerpunkt." In einigen Kommunen haben Schulträger bereits solche Schwerpunktschulen eingerichtet. Häufig ist dies verbunden mit Fragen der besonderen Ausstattung, die nicht an allen Schulen vorgehalten werden kann. (Beispiel: Besondere Sanitärräume oder die Herstellung von Barrierefreiheit für Schülerinnen und Schüler, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind.) Der Prozess der Bestimmung solcher Schulen ist derzeit (Stand November 2014) noch im Gange. Deswegen ist es derzeit auch nicht möglich, einen konkreten Überblick über diese Schulen zu geben.

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